Whippet: Wesen, Erziehung und Pflege

Der Whippet ist ein mittelgroßer englischer Windhund. Er entstand im 19. Jahrhundert im Norden Englands, wo Arbeiter mit ihm Kaninchen jagten und Rennen veranstalteten. Er sieht aus wie ein kleinerer Greyhound: schlanker Körper, lange Beine, schmaler Kopf und kurzes, feines Fell in vielen Farben. Die Schulterhöhe liegt bei etwa 44 bis 51 Zentimetern, das Gewicht meist bei 10 bis 15 Kilogramm. Er gehört zu den schnellsten Hunden überhaupt und schafft auf kurzer Strecke über 50 km/h.
Wesen und Temperament
Im Haus ist der Whippet erstaunlich ruhig. Er schläft gern, am liebsten unter einer Decke oder auf dem Sofa, und ist mit seiner Familie sehr verschmust. Er bellt wenig und ist Fremden gegenüber zurückhaltend, aber nicht aggressiv, als Wachhund taugt er also nicht. Er ist sensibel und kommt mit Geschrei und grobem Umgang schlecht zurecht. Draußen erwacht jedoch der Jäger: Sobald er einen flüchtenden Hasen, eine Katze oder ein Eichhörnchen sieht, ist er weg und hört dich in dem Moment oft nicht.
Familienhund und Kinder
★★★★
Mit Kindern, die rücksichtsvoll mit ihm umgehen, versteht er sich hervorragend. Er ist sanft, geduldig und kuschelt gern. Grobes Spielen mag er aber nicht, und für Ziehen und Drücken ist er zu zart und zu sensibel. Er passt deshalb besser zu Familien mit Schulkindern, die verstehen, dass ein Hund auch Ruhe braucht. Mit einer Katze im Haushalt kommt er zurecht, wenn er mit ihr aufwächst. Fremde Tiere draußen sieht er dagegen als Beute.
Erziehung und Sozialisierung
Der Whippet ist klug, aber kein Hund, der gehorcht, nur weil du es willst. Am besten funktionieren kurze Einheiten, viel Lob und Leckerli. Auf Druck reagiert er mit Rückzug. Die größte Herausforderung ist der Rückruf: Wegen des starken Jagdtriebs solltest du ihn nur in eingezäunten Bereichen frei laufen lassen, bis der Rückruf wirklich sitzt, und auch dann vorsichtig bleiben. Wie das geht, erklären wir im Artikel Grundkommandos beibringen. Mach den Welpen früh mit Menschen, Hunden und Stadtlärm vertraut, damit er nicht ängstlich wird.
Bewegung und Energie
Ein Whippet braucht etwa eine bis eineinhalb Stunden Bewegung am Tag, vor allem aber die Möglichkeit, sich richtig auszulaufen. Ideal sind mehrmals pro Woche Sprints auf einer eingezäunten Wiese, Coursing (Hetzen hinter einem künstlichen Köder) oder Windhundrennen. Ist er ausgelastet, ist er zu Hause angenehm ruhig und eignet sich deshalb auch für eine Wohnung. Mehr dazu im Artikel die besten Hunde für die Wohnung. Er hat kaum Körperfett und dünnes Fell, braucht im Winter und bei Regen also einen Mantel und drinnen ein warmes Bett.
Gesundheit und Pflege
Das kurze Fell riecht kaum, und die Pflege ist einfach: einmal pro Woche mit einem Gummihandschuh drüberstreichen genügt. Der Whippet haart nicht stark, verliert aber etwas Haare. Seine dünne Haut schürft oder reißt leicht an Ästen und Stacheldraht. Insgesamt ist er eine gesunde Rasse mit einer Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Herz- und Augenerkrankungen kommen vor, wähle daher einen Züchter, der die Elterntiere untersuchen lässt. Windhunde haben wenig Körperfett und reagieren auf manche Narkosemittel empfindlicher. Erinnere deine Tierärztin oder deinen Tierarzt vor jedem Eingriff daran.
Für wen passt der Whippet?
Er passt zu Menschen, die einen ruhigen, anhänglichen Begleiter für Wohnung oder Haus suchen und ihm regelmäßig Rennen in einem sicheren Gelände ermöglichen. Weniger geeignet ist er für Halter, die ihren Hund überall frei laufen lassen wollen, für Familien mit sehr kleinen, wilden Kindern und für alle, die einen Wachhund suchen.
Weitere Rassen findest du in unserem Hunderassen-Lexikon. Ähnlich sportlich, aber führiger ist der Vizsla, ausdauernder läuft der Dalmatiner. Wie viel Bewegung welche Rasse braucht, liest du im Artikel wie viel Bewegung braucht ein Hund.
Schaffst du die Pflege, die ein Whippet braucht?
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