Weißer Schweizer Schäferhund: Wesen, Erziehung und Pflege

Der Weiße Schweizer Schäferhund, international auch Berger Blanc Suisse genannt, ist ein großer, eleganter Hund mit Stehohren und schneeweißem Fell. Seine Vorfahren sind weiße Deutsche Schäferhunde. Als die weiße Farbe in Deutschland aus dem Standard gestrichen wurde, züchtete man diese Hunde vor allem in den USA und Kanada weiter. Von dort kamen sie in die Schweiz, wo eine eigene Rasse entstand, die der internationale Dachverband FCI 2011 anerkannt hat. Rüden messen etwa 58 bis 66 cm Schulterhöhe und wiegen rund 30 bis 40 kg, Hündinnen sind kleiner.
Wesen und Temperament
Von seinem Verwandten, dem Deutschen Schäferhund, unterscheidet er sich vor allem durch ein sanfteres, weicheres Wesen. Er ist freundlich, aufmerksam und sehr eng an seine Familie gebunden. Fremden gegenüber ist er anfangs zurückhaltend, aber nicht aggressiv. Besuch meldet er an und wacht eher mit der Stimme als durch Angriff. Er spürt die Stimmung im Haushalt genau und kommt mit Geschrei und Streit schlecht zurecht. Langes Alleinsein mag er nicht, er will am Familienleben teilhaben.
Umgang mit Kindern
★★★★
Mit Kindern, mit denen er aufwächst, versteht er sich meist hervorragend. Er ist geduldig und verspielt, kann aber wegen seiner Größe und Energie ein kleines Kind versehentlich umwerfen. Am besten passt er zu Familien mit älteren Kindern oder dorthin, wo Erwachsene das Spiel im Blick behalten und der Hund einen ruhigen Rückzugsort hat.
Erziehung und Sozialisierung
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist klug und arbeitet gern mit, deshalb lernt er schnell. Am besten funktionieren positive Verstärkung, Lob und Spiel. Harte Methoden machen ihn unsicher und verschlossen. Wichtig ist eine frühe Sozialisierung: Der Welpe sollte verschiedene Menschen, Hunde, Geräusche und Orte kennenlernen, damit er nicht ängstlich wird. Er eignet sich für Obedience, Agility, Fährtenarbeit oder als Therapiehund.
Bewegung und Energie
Als Hütehund braucht er viel Bewegung, etwa anderthalb bis zwei Stunden täglich, dazu Kopfarbeit. Ideal sind lange Spaziergänge, Joggen, Wandern oder Hundesport. Langweilt er sich, sucht er sich seine Beschäftigung selbst, oft auf zerstörerische Art. Wie er lernt, gut allein zu bleiben, erklären wir im Artikel Hund alleine lassen üben.
Gesundheit und Pflege
Das Fell kann kurz oder lang sein, immer mit dichter Unterwolle. Bürste es ein- bis zweimal pro Woche, im Fellwechsel, typischerweise im Frühjahr und Herbst, auch täglich. Getrockneter Schmutz lässt sich aus dem weißen Fell meist herausbürsten, Baden ist nur selten nötig. Bei der Rasse können Hüft- und Ellbogendysplasie vorkommen, wähle also einen Züchter, der die Elterntiere untersuchen lässt. Manche Hunde tragen den MDR1-Gendefekt, der sie empfindlich gegenüber bestimmten Medikamenten macht. Sag das deinem Tierarzt. Als großer Hund mit tiefem Brustkorb ist er außerdem durch eine Magendrehung gefährdet. Die Lebenserwartung liegt meist bei 12 bis 14 Jahren.
Für wen der Weiße Schweizer Schäferhund geeignet ist
Er passt zu aktiven Menschen und Familien, die Zeit für tägliche Bewegung, Training und Gesellschaft haben. Ideal ist ein Haus mit Garten, in einer Wohnung kommt er aber zurecht, wenn er draußen genug Auslauf bekommt. Weniger geeignet ist er für Menschen, die den Großteil des Tages außer Haus sind, oder für alle, die Hundehaare überall stören.
Weitere Rassen findest du in unserem Hunderassen-Lexikon. Ebenfalls weiß und freundlich ist der Samojede, den Hütetrieb teilt er mit dem Border Collie.
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